Grundlagen des Hallenbaus
Was ist eine „Halle“? Abgrenzung zu anderen Gebäuden
Unter einer Halle versteht man im Allgemeinen ein großes, weitgehend stützenfreies oder mit wenigen Stützen versehenes Gebäude mit hohen, flexiblen Innenräumen. Im Unterschied zu klassischen Wohn- oder Bürogebäuden steht bei Hallen weniger der Komfort einzelner Räume, sondern vielmehr die Funktion als Nutzfläche im Vordergrund. Hallen werden meist für Lagerung, Produktion, Verkauf, Tierhaltung oder Sport genutzt und sind darauf ausgelegt, sich an veränderte Anforderungen anpassen zu lassen. Entscheidend ist die Kombination aus großer Fläche, ausreichender Höhe und gut nutzbarer Grundrissgeometrie.
Typische Hallennutzungen (Lager, Produktion, Handel, Landwirtschaft, Sport, Reithalle, Sondernutzung)
Hallen kommen in den unterschiedlichsten Bereichen zum Einsatz: als Lagerhallen für Palettenware, Kleinteile oder Gefahrstoffe, als Produktionshallen für Fertigungs- und Montageprozesse oder als Logistikhallen für Umschlag und Kommissionierung. Im Handel dienen Hallen häufig als Verkaufs- oder Ausstellungshallen, etwa im Möbeleinzelhandel, im Baustoffhandel oder bei Autoshowrooms. In der Landwirtschaft werden sie als Maschinenhallen, Lager für Erntegut oder als Stallungen genutzt; im Freizeitbereich entstehen daraus Sport-, Tennis- oder Reithallen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Sondernutzungen, etwa Veranstaltungshallen, Messehallen oder Werkstatthallen für Handwerksbetriebe, die jeweils spezifische Anforderungen an Statik, Brandschutz, Raumklima und Ausstattung mit sich bringen.
Systemhalle vs. individuelle Planung
Systemhallen basieren auf einem standardisierten Baukastenprinzip mit vorgegebenen Rastermaßen, Bauteilen und Detaillösungen, sodass Planung und Fertigung effizient und kostengünstig erfolgen können. Für viele typische Anwendungsfälle – zum Beispiel klassische Lager- oder Logistikhallen – reicht eine solche standardisierte Lösung vollkommen aus und ermöglicht kurze Liefer- und Bauzeiten. Individuell geplante Hallen kommen dagegen zum Einsatz, wenn besondere Anforderungen bestehen, etwa komplexe Produktionsabläufe, besondere architektonische Ansprüche oder schwierige Grundstückssituationen. Sie bieten maximale Flexibilität in Form, Größe und Ausstattung, erfordern aber meist höheren Planungsaufwand, längere Vorlaufzeiten und höhere Planungskosten. Für Endkunden ist es wichtig zu prüfen, ob eine standardisierte Systemhalle genügen würde oder ob eine individuelle Lösung wirtschaftlich sinnvoller ist, weil sie die betrieblichen Abläufe deutlich besser unterstützt.